Akte CeraSleeve: Ein Fehler im TU-Labor, 1,13 Millionen EXIST-Förderung und der Kampf gegen Plastik

Shownotes

HIGHEST – Innovations- und Gründungszentrum der TU Darmstadt: Link zur Webseite

Moderation: Harald Holzer, Geschäftsführer von HIGHEST auf LinkedIn: LinkedIn Profil von Harald Bartosz Kajdas von STARTUPS FROM SCIENCE auf LinkedIn: LinkedIn Profil von Bartosz

Redaktion: Dr. Claudia Becker auf LinkedIn: LinkedIn Profil von Claudia

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Transkript anzeigen

00:00:00: Liebe Zuhörerinnen und

00:00:01: Zuhörer,

00:00:02: wir fangen wieder an mit einem kleinen Audiorätsel.

00:00:06: Was glaubt ihr?

00:00:07: Was ist das was ich hier in der Hand habe?

00:00:50: Wie geht's dir?

00:00:51: Mir geht es hervorragend, die

00:00:52: auch.

00:00:53: Ja wir gehen jetzt auch hervorragend.

00:00:55: Guck mal was ich hier dabei

00:00:56: hab!

00:00:56: Okay

00:00:57: war das?

00:00:57: Ja guck mal ich hör dich also lass sie mal hören.

00:01:03: Was könnte das sein?

00:01:04: Eine Ahnung machen wir mal.

00:01:06: Ein Becher?

00:01:12: Ja richtig ein Becher.

00:01:14: und stell dir vor wir alle haben ein gutes Gewissen wenn wir zu so einem Pappbecher greifen.

00:01:20: du wahrscheinlich auch oder?

00:01:22: Wenn man unterwegs ist, sind die auch echt praktisch.

00:01:27: Also ich habe immer ein gutes Gefühl dabei wenn ich so einen Pappbecher in der Hand habe.

00:01:32: aber wir tappen da regelmäßig in eine Falle denn der scheinbar grüne Becher, der birgt ein toxisches Geheimnis und darin... Da ist ein unsichtbares Verbrechen in diesem Becher direkt in unseren Händen.

00:01:48: Stell dir das mal vor!

00:01:49: Was für ein Verbreche?

00:01:51: Ja, denn heute öffnen wir die Akte aus dem Archiv der Theodarmstadt.

00:01:56: Und das ist die Aktte Zerasleaf und wir sprechen über eine Geschichte bei einem glücklichen Zufall massive Industrie Skepsis und im Kampf gegen eine unsichtbare Plastikflut!

00:02:10: Und wie dieser Becher damit zusammenhängt?

00:02:13: Das hören wir und schauen wir uns heute mal an.

00:02:16: Das klingt super spannend...

00:02:18: Ja, hast du dich mal gefragt so ein Pappbecher?

00:02:21: Der ist ja aus Papel klar.

00:02:23: Aus Papier.

00:02:24: aber wie wird der eigentlich... Wie hält er diese Flüssigkeit eigentlich drin?

00:02:29: Ja hab ich.

00:02:30: Das ist total krass weil es eigentlich aus Papeln.

00:02:34: müsste man denken das weicht ja auf.

00:02:36: Wird wahrscheinlich beschichtet sein.

00:02:38: Ja

00:02:38: richtig genau!

00:02:39: Es ist nämlich beschichtet und das hatte ich auch nicht ganz auf dem Schirm, aber natürlich muss es beschichtet sein irgendwie mit einem wasserabweisenden Material damit dass Wasser ja nicht die den Pappbecher durchnässt.

00:02:53: Und tatsächlich ist es so, dass die Industrie da zu einem kleinen Trick greift und diesen Innenraum vom Becher beschichtet.

00:03:03: Und wenn man das beschichtet mit Harzen oder unterschiedlichen Stoffen, dann nennt man das Nassfestmittel.

00:03:12: Man möchte dann dass diese Pappbecher nass fest werden und entsprechend auch nicht nass werden.

00:03:19: Hören wir uns mal an was Nicole die Gründerin von Seras Lief dazu ja zu sagen hat?

00:03:27: Ja richtig.

00:03:28: also es gibt einfach bei diesem Pappbächer die Probleme des Wer nicht so gut recycelbar ist.

00:03:33: Das heißt einfach, es ist halt schwierig diese Plastikbeschichtung die einfach nötig ist damit auch das Heißgetränk wirklich im Becher bleibt und nicht daraus fließt wieder von diesen Fasern zu separieren.

00:03:47: Und das heißt natürlich, dass wird gemacht, das wird abgetrennt aber am Ende sind nur die Faseren recycled und man hat natürlich trotzdem noch Plastikkmüll den man produziert.

00:03:58: Krass oder?

00:03:59: Das heißt wir trennen unseren Müll vorbildlich Und am Ende bringt das gar nichts.

00:04:04: Ja, genau so kann man das ein bisschen sagen.

00:04:07: ja denn diese Becher klar die landen irgendwo vielleicht im Papiermüll Die landen dann in der Recycling Anlage und genau da offenbart sich so ein bisschen dieses Drama um diesen Becher.

00:04:19: Denn klar die Anlage schreddert dann das Papier Das kommt dann ins Wasser und diese Plastikschicht die da drin ist die löst sich eben nicht so einfach auf Und sie fragmentiert dann eher und bildet so kleine klebrige Klumpen.

00:04:33: Diese Klumpe wiederum, die verstopfen den feinen Filter der riesigen Fabriken und der Maschinen.

00:04:40: Das ist ein echter Albtraum!

00:04:42: Zum Schluss landet genau das in der Verbrennung – diese wertvollen zellulose Fasern, die verbrennen einfach zu Asche weil sie dann so verklumppt sind.

00:04:53: Aber die Papierindustrie steckte in einer chemischen Sackgasse,

00:04:59: bis eine junge Chemikerin die Nicole Radt an der TU Darmstadt einen Fehler machte.

00:05:05: Ja interessant, gell?

00:05:06: Dass wir hier eigentlich vom Fehler sprechen aber... Wir springen genauer an den Tatort dieser Innovation nämlich an den Campus Lichtwiese der TU-Darmstadt.

00:05:17: Genauer dort am Ernst-Berl-Institut für technische und makromolekulare Chemie.

00:05:23: Hier arbeitet Dr.

00:05:24: Nicole Radtt an ihrer Promotion.

00:05:26: betreut wird sie von zwei Schwergewichten ihres Faches, nämlich der Professorin Dr.

00:05:31: Annette Andrejö Brunsen und Prof.

00:05:34: Dr.

00:05:35: Markus Bisalski.

00:05:37: Von diesen zwei Schwerkwichten gab es schon viele Impulse und viele großartige Innovationen – wir freuen uns immer wenn aus der Ecke irgendwo eine Erfindung kommt die wir dann gemeinsam zu einer Innovation weiterentwickeln können!

00:05:51: Total cool.

00:05:52: Also du sagst, die sind schon öfter mal bei euch vorstellig geworden oder?

00:05:58: Sehr gut ist auch total interessant das ja auch an der technischen Universität natürlich auch diese Chemie ja auch so einen starken Innovationscharakter hat.

00:06:07: absolut Ja.

00:06:09: dann kommen wir zurück zu Nicole.

00:06:10: was genau erforscht sie denn da?

00:06:13: Ja, Rad will eigentlich so eine stabile Membran aus Silica herstellen und das ist im Grunde mal sowas.

00:06:22: oder das ist eigentlich Sand.

00:06:24: Ein reines natürliches Material und damit wird das Papier beschichtet.

00:06:29: Hören wir mal rein wie Nicole das erklärt?

00:06:33: Silica ist nichts anderes als Sand also Spielzeug, Spielplatzsand.

00:06:41: Der wird nass!

00:06:42: Papier wird auch nass und wenn man das dann plötzlich kombiniert, ist es wasserabweisend.

00:06:48: Das war für uns nicht so ganz klar.

00:06:49: wir haben dann so geschärzt naja Minus und Minus gibt plus.

00:06:55: Aber es war jetzt ein komisches Gefühl und man glaubt es dann ja auch selber nicht.

00:06:58: das heißt Es war erst mal so man versucht eine Erklärung zu finden.

00:07:04: die konnten wir nicht finden oder nicht?

00:07:06: Wir hatten keine Erklärungen.

00:07:07: und dann Ja wiederholt man das Experiment Und dann ist es wieder so Okay, das muss da irgendein Zusammenhang geben.

00:07:18: Das ist krass oder?

00:07:19: Extrem ja!

00:07:21: Ich denke mir auch so wenn du gerade promovierst und an diesen Sachen forscht... ...das ist dann schon sowas.

00:07:27: Es wird mich verunsichern als Promotions- Studenten Absolut.

00:07:33: Aber viele Innovationen, auch sehr bekannte Innovation sind aus Unfällen entstanden und diese Unfallfälle sind beispielsweise Penicillin, dem Mikrowell, Röntgenstrahlen oder auch Teflon wäre ohne diesen Unfallfall wahrscheinlich nie erfunden worden?

00:07:50: Ja ich glaube das muss man natürlich berücksichtigen dass Wissenschaft auch natürlich von diesem Zufall irgendwie ein Stück weit erlebt und auch die Sachen dadurch entstanden sind.

00:08:01: Und ich fand auch interessant, dass ihre Doktor-Mutter erst mal gezweifelt hatte.

00:08:06: Denn Sand und Papier stießen sich ab – what?

00:08:09: Das widerspricht eigentlich jeglicher Logik!

00:08:13: Sie vermutete eher eine Verunreinigung im Labor.

00:08:19: Dann muss man natürlich auch als Promotionsstudentin seiner Doktormutter das berichten.

00:08:29: Auch die wollte es mir nicht glauben….

00:08:32: dass das so ist.

00:08:33: Das heißt okay, man reproduziert, man reproduziert.

00:08:35: Es macht einen ja eh immer und dann war es im Prinzip ein Zufallsfund, dass wir ausgefunden haben, dass das sowas ist.

00:08:46: Ich finde es immer noch unfassbar!

00:08:49: Ich habe gedacht normalerweise liest du darüber über diese Zufallspunde aber jetzt in deiner Akte hier in eurer Akte TU Darmstadt finde ich was... was eigentlich vielleicht in paar Jahrzehnten genauso gelesen wird wie die ganzen ja F-Zufallserfindungen, die du gerade genannt hattest.

00:09:09: Vielleicht gibt es diesen Anfangsverdacht dass sich daraus eine ähnliche Dimension entwickelt wie eben bei Röntgenstrahlen oder Teflon.

00:09:17: Das wäre mega cool und wir waren dabei!

00:09:20: Wir haben diese Akte hier auf den Tisch gehabt.

00:09:22: wunderbar Ja, Rat muss natürlich das Experiment wiederholen und nicht nur einmal sondern bis zu sechs Mal.

00:09:30: Und jedes mal mit neun Chemikalien.

00:09:33: doch das Phänomen bleibt einfach bestehen und der wissenschaftliche Beweis ist erstmal erbracht!

00:09:41: Was aus dem vermeintlichen Laborfehler wird?

00:09:46: entsprechend eine wirklich beanbrechende Entdeckung?

00:09:49: Interessanterweise auf einer Konferenz in den USA Präsentierte Nicole diese Ergebnisse dort.

00:09:56: Aber was dort passiert ist, war wirklich erstaunlich!

00:10:01: Und dann hatte ich die Möglichkeit in den USA auf die größte Chemiekonferenz zu gehen, das ist die LCS und habe da Vorarbeiten davon auch vorgestellt.

00:10:16: In der Poster-Session ist es auch gang und gäbe, dass man das einfach auf Poster präsentiert andere Wissenschaftler, Professoren auf einen zu und da habe ich schon gemerkt oder ist ein ganz schöneres Interesse da.

00:10:33: Und dann waren auch mehrere da die mich einfach gefragt haben ob wir da ein Patent drauf haben weil das wäre ja für die Verpackungsindustrie eigentlich eine super Anwendung.

00:10:46: Dann ist es natürlich auch so ich war alleine auf der Konferenz dass sich mit meiner Doktor-Mutter Rücksprache gehalten habe, wie das gelaufen ist.

00:10:54: Was so die Gespräche waren und es war auch ein Projekt was noch mit einem anderen Professor hier zusammen war und dann haben wir uns einfach zu tritt oder zu viert.

00:11:05: Das war noch ein anderer der auch ein paar Experimente dazu gemacht hat mit dabei zusammengesetzt und haben festgestellt oh ja wenn wir das wirklich für die industrielle Kommerzialisierung mal benutzen möchten muss man ja schon sehr früh sich überlegen müssten wir da eigentlich ein Patent draus machen, bevor wir da weiter irgendwas veröffentlichen.

00:11:22: Weil wenn einmal was veröffentlicht ist hat man natürlich nicht mehr die Neuheit und erfinderische Höhe um einen Patent rauszumachen.

00:11:30: Und ja so bin ich aus den USA zurückgekommen und durfte mich daran machen ein Patente schreiben das ist jetzt auch nicht sowas was man tagtäglich macht.

00:11:41: Es ist so wichtig, was Nicole gerade beschrieben hat.

00:11:44: Das bevor man auf wissenschaftlichen Konferenzen seine Ergebnisse präsentiert dass man zuerst mal prüft kann ich da einen IP also Intellectual Property anmelden kann nicht dann möglicherweise ein Patent raus machen und kann sich letztendlich auch diese Erfindung schützen dass man eben eine kommerzielle Verwertung stattfindet, dass man davon auch profitiert.

00:12:07: Und das ist auch etwas was wir allen unseren Gründungsteams mitgeben bevor ihr veröffentlicht, bevor ihr darüber redet.

00:12:15: Bitte sprecht mit uns und wir prüfen das gemeinsam!

00:12:18: Es klingt natürlich erst mal kompliziert ein Patent schreiben.

00:12:22: aber letztendlich gibt es auch bei Highest der Unterstützung Auch in Zusammenarbeit mit externen Patentanwälten und wir kriegen die Patentschrift dann schon irgendwie gemeinsam hin.

00:12:34: Ja, ich fand es auch interessant dass auf dieser Konferenz wo man gedacht hatte ist eine wissenschaftliche Konferens Dann wirklich auch Industrievertreter da waren.

00:12:43: Ich glaube das zeigt auch die Wichtigkeit warum man vorher ins Gespräch gehen sollte, um einfach zu klären.

00:12:50: Hat man vielleicht... verbaut man sich vielleicht den Weg dass man etwas veröffentlicht was vielleicht so ein Patent auch geschrieben werden könnte

00:12:57: und wenn die Anwendung in der Wirtschaft, in der Industrie ist so nahe liegt wie jetzt im Fall Seras lief dann hat es schon eine besonders hohe Relevanz.

00:13:06: Ja ich meine so einen Patent wenn man da drauf blickt ist ja muss man auch bezahlen irgendwie stückweit und auch die Idee muss weiter entwickelt werden und all das ist nicht so einfach.

00:13:16: Aber Nicole und Seras lief, die haben ein tolles Unterstützungsprogramm an der TU Darmstadt wahrgenommen.

00:13:23: Und da hören wir mal rein wie die Erfahrungen mit diesem Programm waren!

00:13:30: So, wie gesagt für einen Promovieren ist das jetzt nicht so gängig?

00:13:34: Da denkt man ja erst einmal nur an seine Promotionen und die muss irgendwann abgeschlossen werden.

00:13:38: Dann fing es auch ein bisschen anders, dass wir innerhalb von der Uni überlegt haben.

00:13:42: damals gab's den Pioneer-Fund... Ah!

00:13:45: Das könnte man ja nutzen, um das nochmal weiter zu evaluieren.

00:13:48: Weil es waren ja erst mal nur Forschungsergebnisse.

00:13:51: Das wurde nicht getestet auf industriellen Papieren – man nimmt da Modellpapiere!

00:13:57: Die Auftragsmethode war jetzt noch nicht industriell relevant.

00:14:00: Es ist einfach so... Aber für ein Patent muss man natürlich weiterdenken.

00:14:03: Man will das auch möglichst breit fassen.

00:14:07: Das ist wirklich eine ganz andere Art, eine Veröffentlichung zu machen als jetzt so eine wissenschaftliche.

00:14:15: Und ja, also da wurde dann schon darüber nachgedacht.

00:14:20: Was brauchen wir jetzt eigentlich um das in die Industrie tragen zu können?

00:14:24: Ich möchte ganz gerne noch ergänzen, dass Bezahlen der Patentanmeldung müssen nicht die Start-up Teams oder die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erledigen, sondern das macht die TU Darmstadt.

00:14:34: Also entstehen erst mal keine Kosten für das Gründungsteam.

00:14:39: Und was Nicole gerade beschrieben hat, peiern ihr fand es war ein hervorragendes Instrument.

00:14:43: Wir nennen es Frühphasen Evaluierungsbau damit eben wissenschaftliche Erkenntnisse weiter evaluiert werden können, bis man entscheiden kann.

00:14:51: Ist es so stark um daraus letztendlich auch eine Gründung oder eine andere Innovation entstehen zu lassen?

00:15:00: Wir suchen aktuell auch händeringt nach Investor und nach Förderern weil die finanzielle Lage der TU Darmstadt das aktuell nicht zulässt dass wir hier substanzielle Mittel verwenden, aber wir sind guter Dinge dass wir ein paar private Investoren finden die uns an dieser Stelle weiterhelfen.

00:15:21: Ja ich glaube Nicole ist ja bestes Beispiel dafür wie erfolgreich so was sein kann weil sie haben diesen Fund ja genutzt im Pioneer Fund und um einfach natürlich auch zu gucken wie entwickelt sich das?

00:15:33: Wo geht's auch hin Und sie haben das natürlich irgendwie auch als Entscheidungsgrundlage genutzt für sich.

00:15:40: Das ist eine extrem, glaube ich, wichtige Erkenntnis, die man damit vermittelt.

00:15:45: Viele Start-ups wären ohne den Pioneer Fund wahrscheinlich nicht entstanden und es ist extrem wichtig.

00:15:51: Wir versuchen, dass auch der Politik unsere Hochschulleitung unseren privaten Partnern immer wieder zu präsentieren.

00:15:57: Ich bin fester von Überzeugt wie werden über kurz oder lang auch erfolgreich sein!

00:16:02: Ja, lass uns noch mal kurz reinhören was Nicole zum Pioneer Fund auch gesagt hat.

00:16:10: Also tatsächlich war ich mir da sehr sicher dass ich jetzt keine Habilitation machen möchte.

00:16:14: also in die Wissenschaft wollte ich auf keinen Fall.

00:16:17: über eine Gründung hatte ich aber zu dem Zeitpunkt auf jeden fall auch nicht so wirklich nachgedacht und Ich also mir wäre das damals zu dem zeitpunkt wo wir da waren auch zu heikel gewesen.

00:16:29: deswegen war dieses konstrukt des pioneer funds erstmal Echt eine gute Möglichkeit, das einfach nochmal für die nächsten anderthalb Jahre auch auf Herz und Nieren zu testen diese Technologie wirklich in eine Anwendung zu bringen.

00:16:44: Weil man arbeitet natürlich im Labor schon mit anderen Techniken als jetzt die Industrie.

00:16:52: In der Industrie ist das Gang und Gebe des Papiere von einer Rolle auf eine Rolle beschichtet werden.

00:16:57: Wir haben einfach Papierschnipsel genommen und in eine Flüssigkeit gedippt, um das mal umgangssprachlich zu sagen.

00:17:05: Das ist natürlich was ganz anderes.

00:17:06: und das hat da zu dem Zeitpunkt als wir noch in diesem Forschungs... In dieser Forschungsumgebung waren habe ich mir dann auch keine Gedanken gemacht.

00:17:16: aber diese anderthalb Jahre indem wir diesen Pioneer-Fund bearbeitet haben es hat dann den Kollege hauptsächlich mit mir zusammengemacht Ich hab das mehr betreut damals weil ich selber noch an einem anderen Projekt war Da wurde das dann irgendwie handfester.

00:17:30: Wir hatten plötzlich Rückmeldung aus der Industrie, wir haben mit Industrien gesprochen die gesagt haben cool Idee habt ihr mal noch das und das getestet?

00:17:38: Das wurde weiterentwickelt!

00:17:39: Wir sind auch heute an einem ganz anderen Standpunkt dass wir uns gar nicht mehr so mit diesen Pappbechern beschäftigen sondern der Fokus hat sich tatsächlich auf Küchenrolle verschoben weil es einfach für uns schneller möglich ist da uns zu verwirklichen.

00:17:57: Aber so diesen Transfer habe ich schon noch gebraucht, um zu entscheiden okay, wir machen da jetzt eine Gründungsidee

00:18:03: draus.".

00:18:06: Ja total wichtige Erkenntnis und auch die konkrete Benennung von diesem Nutzen, von diesen Fördermöglichkeiten oder Unterstützungsangeboten, die man natürlich zur Verfügung stellt.

00:18:21: Okay!

00:18:22: Jetzt haben Und ich frage dich jedem Start-up Stelle, was ist euer unschlagbare Vorteil?

00:18:31: der Unix Selling Point?

00:18:33: Der Buick Graben.

00:18:35: Ja für Zerasleaf sind das oder ist es?

00:18:39: in zwei Worten kann man das benennen und zwar ein hundertprozentige Repulpability.

00:18:46: Was ist repulpability?

00:18:48: Das bezeichnet letztlich diese Super die wir vorhin hatten dass diese Fasern wirklich komplett sich wieder mehr zersetzen können in diese Faserstrukturen ohne diese Plastikelemente.

00:19:01: Das heißt, wenn Zeras lief Papier im Recyclingwerk also wenn dieses Papier dort landet dann passiert dort genau die Magie nämlich diese hauchdünne mineralische Schicht.

00:19:11: die löst sich im Wasser einfach auf.

00:19:14: keine klebrigen Reste kein verstopfter Filter Die Naturfaser kehrt vollständig in den Kreislauf zurück.

00:19:22: das klingt super genial Aber ich muss ja irgendwie in die Produktion und die Papierindustrie wird ja nicht einfach ihre Produktion oder ihre Rahmenbedingungen umstellen für ein Start-up, auch wenn die Erfindung noch so genial ist.

00:19:37: Ja, genau!

00:19:38: Ich glaube an dem Punkt hat Zerrasli sehr früh schon die richtigen Weichen gestellt, denn sie haben natürlich überlegt wie können wir unser Produkt Plug & Play anbieten als Plug and Play Lösung?

00:19:53: Denn die Industrie will und muss natürlich dadurch keine neun Millionen teuren Maschinen kaufen.

00:19:59: Nein, sie kann einfach dieses flüssige Aditiv in bestehende Anlagen einbringen!

00:20:06: Aber der Weg aus dem geschützten Labor in diese rauere Industrie-Realität ist anstrengend unsteinig.

00:20:14: Unsteinig!

00:20:15: Hören wir mal rein was Nikol dazu sagt...

00:20:20: Ja, da haben wir schmerzliche Erfahrungen gemacht auf jeden Fall.

00:20:25: Die Geschwindigkeiten sind einfach ganz andere.

00:20:28: also so eine Papierbeschichtung läuft in ja in fünfhundert bis tausend Meter pro Minute was die Bahn einfach fährt.

00:20:37: das heißt die Kontaktzeiten zwischen der Lösung sind andere die Trocknungszeiten sind andere das sind viel viel kürzere Sachen.

00:20:47: und was natürlich auch der Fall ist, so eine Papierrolle ist auf Spannung und im Labor die Papiere sind nicht auf Spanung.

00:20:55: Also es sind schon Unterschiede, Trocknungen sind Unterschiede und das hat uns schon vor Herausforderungen gestellt weil wir kannten unsere Technologie natürlich vom Labormaßstab und dann hatten wir das große Glück dass wir da einen Partner gefunden haben der uns auf eine Pilotanlage mitgenommen hat um Einfach mal testen konnten, da haben wir mit der Hochschule München erst zusammen gearbeitet.

00:21:20: Die haben einfach die Möglichkeit von Rolle auf Rolle zu beschichten.

00:21:22: Das haben wir dann selbst gemacht in einem kleinen Maßstab.

00:21:25: Es hat sehr gut funktioniert.

00:21:26: Da waren wir schon mal sehr erleichtert weil unaditiviertes Papier wenn das nass wird reißt sehr schnell.

00:21:32: Das war so unsere größte Sorge.

00:21:34: Oha!

00:21:35: Wenn die Bahn reist, dann funktioniert alles nicht und dann hatten wir daraufhin nochmal die Möglichkeit sogar auf eine größere Maschine zu gehen.

00:21:45: Echt der Leichterung geschafft, dass wir wussten okay.

00:21:48: Wir können beschichten das funktioniert.

00:21:51: Wir kriegen die Papiere auch am Ende wieder trocken und die Bahn reißt es läuft flüssig.

00:21:56: Wir bedienen uns da Auftragsmöglichkeiten die auch die Druckindustrie nimmt also einfach groß technische Druckauftrag Und Das war schon eine echt große Erleichterungen dass wir wussten ok wir kriegen das auf jeden Fall hin Es ist möglich

00:22:16: So eine Erleichterung oder das ist schon extrem viel wert

00:22:20: vom Labor in die Praxis oder in die Produktion.

00:22:23: Das ist immer wieder ein riesen Meilenstein und man hat auch an ihrer Schilderin gehört, dass da einen Stein vom Herzen gefallen ist.

00:22:33: Ja absolut ich glaube vielen Deep Tech Science Tech Startups geht es ja genau so.

00:22:38: sie haben etwas im Labor entwickelt.

00:22:40: und dieser Weg in die Industrie oder in die ja wirklich in den Industrie Pilotanlagen, da gibt es noch ganz viele Zwischenschritte, die man vielleicht gar nicht so auf dem Schirm hat.

00:22:51: Und das wird auch oft unterschätzt.

00:22:52: und letztendlich geht's auch darum Angebote zu machen wie jetzt von Heiß zum Gründungszentrum heraus dass wir eben gründerinnen Gründe auf diesem Weg begleiten mit erfahrenen Industrie-Experten

00:23:04: Ja ich glaube das ist ein sehr großer Vorteil wenn ihr oder wenn mal mit ExpertInnen und Experten sprechen kann, genau das.

00:23:12: Um was geht's denn da eigentlich?

00:23:13: Denn Nicole hat auch ein kleines Beispiel dabei wie kleinteilig diese Übertrag dieser Transfer ist.

00:23:20: Den wollen wir mal uns anhören!

00:23:24: Ja es kommen einfach andere Herausforderungen auf einen Zoo an den man gar nicht denkt.

00:23:30: also weil man im Labor eine Surrounding hat... Es sind Abzüge da, es werden keine Chemikalien freigesetzt.

00:23:40: Ja, in so einer Produktionshalle kann es aber ganz anders sind.

00:23:44: Also uns wurden Fragen gestellt mit denen hatten wir vorher irgendwie nie gerechnet.

00:23:48: Das fing schon damit an ihr habt ja ein Sicherheitsdatenplatt für eure Lösung und also auch Sicherheits-Datenplatte.

00:23:56: wie erstellt man das jetzt eigentlich?

00:23:58: kennt jeder?

00:23:59: Aber das waren für unsere Fragen die denkt man als Chemiker im Labor macht man sich da einfach gar keine Gedanken drüber.

00:24:07: Da kam noch mehr so Fragen auf, ja?

00:24:08: Wie sieht's mit den Sicherheitsaspekten aus.

00:24:10: Was brauchen wir?

00:24:13: Ja das sind so Sachen.

00:24:15: im Labor ist es alles immer kein Thema da gibt's keine Alter gibt zwar auch Arbeitsplatz Grenzwerte die eingehalten werden müssen aber dann macht man sich keine Gedanken drüber weil es ist alles abgesaugt und das sind solche Sachen.

00:24:26: die haben uns schon immer.

00:24:27: ne man geht einen Schritt zurück vor also man geht ein Schritt vorwärts Aber es gibt doch gleichzeitig irgendwie immer fragen wie an wieder zurückwerfen wo man dann wieder neu sich überlegt Ja, okay.

00:24:38: Wie gehen wir das jetzt an?

00:24:39: Ich meine es macht's auch spannend!

00:24:41: Es macht auf jeden Fall super Spaß weil man wird irgendwie immer wieder neu gefordert und man dachte eigentlich hat man alles gehört.

00:24:49: Nee nee ich gehe immer weiter.

00:24:56: Aber sie gibt ja Menschen Mentoren Experten die unseres Start-up Teams dann auf diesem Weg begleiten so dass man zum einen etwas cooler bleiben kann zum anderen haben diese Leute in der Regel schon mal durchgemacht und wissen auch zumindest wie es gehen könnte.

00:25:12: Ja, und ich glaube auch wenn sie mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch gehen dann kommen genau diese Fragen auf!

00:25:18: Und dann ist man natürlich auch vorbereitet und kann dann auch vielleicht diese Schnelligkeit wirklich einbringen und auch in die Skalierung beschleunigen.

00:25:31: Um diese gigantische Skalierung zu meistern, die auch natürlich jetzt vor sich haben, holen Sie sich Verstärkung innerhalb des Teams.

00:25:38: Denn Dr.

00:25:38: Matthias Stanzl, ein brillanter Materialwissenschaftler übernimmt bei Sarah Slief das operative Geschäft und Augustin Karev ist wirklich ein erfahrener Betriebswirt der wird CEO Und

00:25:52: das ist ebenfalls ein extrem wichtiger Schritt.

00:25:55: Dieses interdisziplinäre Team ist jetzt ein sehr, sehr starker Erfolgsfaktor und mit diesem Team sind eben ins Rennen gegangen auch für den Exist-Forschungstransfer.

00:26:06: exis kommt vom Bundeswirtschaftsministerium.

00:26:09: Ihr Pitch hat überzeugt und sichern sich den elitären Exist Forschungsstransfear mit einer Fördersumme von eins, drei Millionen Euro.

00:26:18: Ja, mega.

00:26:19: Ich glaube das ist wirklich toll wenn man ausgestattet wird auch mit solchen Mitteln und Wenn in dieser Ausschreibung es externe Gutachter sind die auch dran glauben Und ein Potenzial in dieser Technologie sehen.

00:26:32: ich glaube dass Es schon sehr viel wert

00:26:35: Genau Bartosch Millionen Segen Sind damit alle Zweifel beseitigt.

00:26:39: ja Geld kauft zwar Zeit, aber ist noch lange keine psychologische Sicherheit und diese Papierbranche darf man auch nicht unterschätzen.

00:26:49: Ist sehr alt konservativ und auch schwerfällig.

00:26:52: Und die ständige Angst vor dem Scheitern dieser Technologie zährt halt eben an den Nerven der Gründer wie uns Nicole jetzt berichtet?

00:27:06: Ja, die Zweifel!

00:27:07: Ich glaube sie wird mal nie los als Gründner von so einer Technologie.

00:27:14: Also wir sind uns unserer Technologie sehr, sehr sicher.

00:27:19: Die Frage ist halt immer bei in Deutschland doch einer sehr speziellen Industrie.

00:27:27: es gibt viele Familienunternehmen die Innovationsfreudigkeit oder Innovationsmöglichkeiten sind da manchmal nicht so gegeben.

00:27:38: also uns kostete schon sehr viel Kraft die Industrie davon zu überzeugen dass wir ihr Produkt für die Zukunft haben.

00:27:48: Und das lässt einen dann schon manchmal zweifeln, wenn man sich denkt okay wir führen jetzt das dritte Gespräch mit denen und irgendwie drehen wir uns immer im Kreis.

00:27:59: Das lässt einen schon manchmal zweifeln ob es wirklich möglich ist diese Technologie auch wirklich umzusetzen.

00:28:06: aber wir haben da jetzt eigentlich ein sehr starker Partner gefunden der uns dieses Zweifel schon nimmt der uns da echt stark unterstützt und uns irgendwie bisschen ruhiger schlafen lässt.

00:28:17: Aber auch da diese, diese Dauer der Skalierung und die man ist halt leider auf andere Partner sehr stark angewiesen.

00:28:28: Und dann ist es immer für uns als kleines Start-up.

00:28:30: Ist das natürlich ein Riesenprojekt?

00:28:32: Aber für so'n großes Unternehmen sind wir ein super, super kleiner Teil!

00:28:36: Wir werden viel schneller.

00:28:38: aber natürlich für ein großes Unternehmen ... sind wir nicht... und dann sind die Zyklen sehr lang.

00:28:45: Manchmal kommen schon diese Zweifel schaffen wir das, bis wir wirklich so viel auch Geld einnehmen können um uns zu finanzieren.

00:28:54: Schaffen wir dieses, dieses Tal zu überwinden irgendwo?

00:28:58: Also diese Zweifel sind natürlich schon ein ständiger Begleiter.

00:29:03: aber man muss da irgendwie positiv denken und man braucht halt einfach da irgendwo als Dadab oder Deep Tech Gründer so ein echt starkes Durchhaltevermögen.

00:29:14: Auch da können wir aus der Praxis berichten, Zweifel sind völlig normal.

00:29:18: Und auch diese Entscheidungszyklen die natürlich auf der Wirtschafts- oder Industrieseite viel viel langsamer sind oder viel länger dauern als jetzt auf der Startup Seite des völlig normalen.

00:29:31: und auch da bietet sich an mit dem Wegbegleiter zu sprechen das solche Szenarien schon mal mitgemacht hat dass man auch ein Stück weit die Ruhe bewahren kann und immer wieder eine Lösung findet.

00:29:42: Oder wo kann ich möglicherweise Entscheidungsprozesse oder Geschwindigkeiten auf Industrieseite beschleunigen?

00:29:50: Das ist völlig normal, jeder der im BtoB-Geschäft einen Startup jemals gegründet hat wird über ähnliche Erfahrungen berichten.

00:29:58: Und ich glaube wichtig ist ... der Glaube ein Stück weit größer sein muss als die Zweifel, die man hat.

00:30:04: Ein Stück weit wird man immer Zweifeln haben das ist völlig normal.

00:30:08: aber letztendlich wenn man so ein starkes Produkt zu einer starke Entwicklung hat dann darf man auch genug Selbstbewusstsein haben um letztendliche Zweifels auch zu eliminieren.

00:30:18: Ja genau und ich glaube sehr rasiv.

00:30:21: die haben jetzt eine Technologie in den Händen Industrie kann das eben nutzen, um nämlich auf diese fossilen Rohstoffe, dass sie da darauf verzichten können und wirklich ein Produkt schaffen was nachhaltig ist.

00:30:38: Und das ist für mich in echter Systemwechsel der aus Darmstadt, aus der TU Darmstad heraus entsteht!

00:30:45: Und damit würde ich sagen Akte Zeraslief geschlossen oder?

00:30:48: Und anfangs verdacht, das wird ein super Erfolg.

00:30:52: Ja auf jeden Fall!

00:30:53: Also vielleicht lesen wir in verschiedenen Büchern dann einfach nochmal Reizig Zeraslief einzuflemming zu den Röntgenstrahlen zur Teflon, zu der Mikrowelle, zu den Mikrowellenstahlen und dann sehen wir Zerasliv also wunderbar.

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00:31:21: Bis zur nächsten

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00:31:23: bis bald.